Leistung
Die Narkose ermöglicht die sichere und schmerzfreie Durchführung von Operationen, Zahnbehandlungen und diagnostischen Maßnahmen. In unserer Praxis setzen wir moderne, individuell angepasste Anästhesieverfahren ein, die auf Alter, Gesundheitszustand und Eingriff Ihres Tieres abgestimmt sind.
Wichtige Informationen zur Vorbereitung zu Hause, den Ablauf bei uns in der Praxis sowie die anschließende Versorgung zu Hause und die Nachsorge bei uns finden Sie hier auf den weiteren Seiten.
Vor jeder Narkose erfolgt in unserer Praxis eine gründliche klinische Untersuchung. Je nach Alter, Gesundheitszustand und geplantem Eingriff empfehlen wir zusätzlich eine präoperative Blutuntersuchung, um Organfunktionen zu überprüfen und das Narkoserisiko bestmöglich einzuschätzen.
Hunde und Katzen sollten in der Regel 8–12 Stunden vor dem Termin nüchtern sein. Da wir normalerweise vormittags operieren heißt das, dass Ihr Tier das letzte Mal gegen 17 Uhr fressen darf. Wasser darf meist bis kurz vorher angeboten werden. Bitte informieren Sie uns, wenn Ihr Tier Krankheitssymptome zeigt oder regelmäßig Medikamente erhält.
Vor der Narkose legen wir in der Regel einen Venenzugang. Dieser ermöglicht die sichere und gezielte Gabe von Narkosemedikamenten, Schmerzmitteln und Infusionen. Gleichzeitig haben wir im Notfall jederzeit sofortigen Zugang zum Kreislauf, um schnell reagieren zu können – ein wichtiger Sicherheitsfaktor während der gesamten Narkose.
Nach der Einleitung der Narkose schläft Ihr Tier tief und schmerzfrei. Je nach Eingriff wird die Narkose entweder als Injektionsnarkose oder als Inhalationsnarkose (über Narkosegas und Sauerstoff) fortgeführt.
Während der gesamten Operation überwachen wir kontinuierlich alle wichtigen Vitalfunktionen wie Herzfrequenz, Herzrhythmus, Atmung, Sauerstoffsättigung und Körpertemperatur. Die Narkosetiefe wird dabei fortlaufend angepasst, um Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten.
Zusätzlich achten wir auf Wärmeerhalt, da Tiere unter Narkose schneller auskühlen können. So wird der Kreislauf stabil gehalten und der Aufwachprozess unterstützt.
Nach dem Eingriff wird die Narkose kontrolliert beendet und Ihr Tier beginnt, langsam wieder aufzuwachen. Dieser Prozess verläuft individuell und kann je nach Tier und Eingriff unterschiedlich lange dauern. In dieser Phase ist Ihr Tier oft noch nicht vollständig wach, wirkt schläfrig, unsicher auf den Beinen oder reagiert verzögert auf seine Umgebung – das ist normal. Während der Aufwachphase bleiben alle wichtigen Vitalfunktionen wie Atmung, Herz-Kreislauf und Kreislaufstabilität weiterhin unter tierärztlicher Kontrolle, bis Ihr Tier ausreichend stabil ist. Erst wenn wir sicher sind, dass alle Parameter im Normbereich liegen und Ihr Tier eigenständig und stabil atmet, erfolgt die Entlassung.
Nach der Narkose benötigt Ihr Tier Ruhe und Wärme. Leichte Müdigkeit oder Unsicherheit sind normal. In den nächsten Stunden sollte das Tier unter Aufsicht sein und nicht alleine. Bitte beachten Sie, dass Ihr Tier zu diesem Zeitpunkt keine Treppen laufen kann und von höheren Gegenständen (z. B. Kratzbaum) fallen könnte.
Nach der Narkose wird der Venenzugang meist von uns direkt gezogen, den Verband entfernen Sie bitte direkt, sobald Sie nach Hause kommen.
Füttern Sie Ihr Tier bitte erst wieder, wenn es vollständig stehen und laufen kann. Das kann einige Stunden dauern und sich auch bis in die frühen Abendstunden ziehen. Fangen Sie dann zunächst mit kleinen Portionen an und stellen Sie Wasser zur Verfügung.
Bitte beobachten Sie Ihr Tier aufmerksam und melden Sie sich bei Auffälligkeiten jederzeit bei uns.
Viele Tiere erholen sich anschließend in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung besonders gut und besser als in fremder Umgebung unserer Praxis. Die vertraute Umgebung, Gerüche und Bezugspersonen tragen oft dazu bei, dass sich Stress reduziert und die Erholung ruhiger und schneller verläuft.
Eine Narkose ist heute ein routinemäßiger Bestandteil vieler Untersuchungen und Operationen und in der modernen Tiermedizin sehr sicher. Dennoch bleibt – wie bei jedem medizinischen Eingriff – ein gewisses Restrisiko bestehen.
Das größte Risiko während einer Narkose besteht in möglichen Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems oder der Atmung. In sehr seltenen Fällen kann es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu schwerwiegenden Zwischenfällen bis hin zum Kreislaufversagen kommen.
Ein weiteres mögliches Risiko ist die sogenannte Aspiration. Dabei kann Mageninhalt in die Atemwege gelangen, was zu schweren Entzündungen der Lunge führen kann. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Ihr Tier vor einer geplanten Narkose nüchtern bleibt.
Bestimmte Faktoren können das Narkoserisiko zusätzlich erhöhen, zum Beispiel:
Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, legen wir großen Wert auf eine sorgfältige Vorbereitung. Dazu gehören eine gründliche klinische Untersuchung sowie – je nach Situation – eine Blutuntersuchung oder weiterführende Diagnostik vor der Narkose.
Bitte halten Sie sich unbedingt an unsere Empfehlungen zur Vorbereitung, insbesondere zur Nüchternheit vor der Narkose. Informieren Sie uns außerdem über alle bekannten Vorerkrankungen oder Medikamente Ihres Tieres – auch scheinbar kleine Details können für die Sicherheit entscheidend sein.
Für chirurgische und zahnmedizinische Eingriffe stehen in der Tiermedizin verschiedene Narkoseverfahren zur Verfügung, die je nach Patient, Eingriff und Gesundheitszustand individuell ausgewählt werden.
Bei der Injektionsnarkose werden Narkosemittel über eine Vene oder in den Muskel verabreicht. Dadurch tritt die Wirkung schnell ein und ermöglicht eine sichere Durchführung vieler Routineeingriffe.
Die Narkose wird dabei individuell an das Tier angepasst und bei Bedarf durch weitere Medikamente ergänzt. Während des gesamten Eingriffs wird Ihr Tier engmaschig überwacht und kann bei längeren Behandlungen durch Nachdosierung stabil gehalten werden.
Die Injektionsnarkose ist ein bewährtes, gut steuerbares Verfahren und wird in vielen Fällen standardmäßig eingesetzt, insbesondere bei kürzeren oder weniger komplexen Eingriffen.
Die Inhalationsnarkose erfolgt über ein Narkosegas, das dem Tier über einen Tubus verabreicht wird. Diese Form der Narkose bietet eine sehr feine Steuerbarkeit und eine besonders stabile Narkosetiefe während des gesamten Eingriffs.
Ein wesentlicher Vorteil ist die schnelle Anpassbarkeit sowie die sehr gute Kontrolle der Narkose. Zudem erfolgt die Ausscheidung des Narkosegases größtenteils über die Atmung, wodurch eine schnelle und oft schonendere Aufwachphase möglich ist.
Derzeit ist die Inhalationsnarkose ausschließlich in unserem Standort in Neustadt verfügbar. Sie wird vor allem bei längeren oder komplexeren Eingriffen sowie bei besonders sensiblen Patienten eingesetzt.
Bitte beachten Sie, dass die Inhalationsnarkose mit einem höheren technischen, personellen und zeitlichen Aufwand verbunden ist und daher auch höhere Kosten verursacht.